Hat er’s doch wieder gewagt, der alte Narr: Xander, dank der
Mordsgefährliche Knirpse, die man gerade zum Ritter geschlagen hatte, waren da am Vormittag schon unterwegs. Hübsche Maiden, die dem alten Gaukler beim Jonglieren fast den Kopf verdrehten, Axtwerfer, zwielichtige Spielmannsleut’ und finstere Henker. Doch ob nun mit Tennisbällen, Feuerfackeln oder dem Diabolo - Xander zeigte es den mehreren Hundert Schaulustigen, die bereits am Eröffnungstag des Spektakels ihre Nase in das Ritterlager steckten.
Nur im Schatten der Klosterkirchtürme wurde der Gaukler dann doch so klein wie der Pappritter, der am Armbruststand
als Zielscheibe herhielt. Rotzfrech ließ der Gaukler zwar
sein Diabolo in die Höhe schnellen. Das Ding machte aber
natürlich auf halber Höhe schlapp und sauste -hui- in die Tiefe.
Xander blieb dennoch der Held des Ritterdorfes - neben der Mittelalterband “Cradem Aventure” und den Prachtkerlen des Deutschen Ritterordens, die ihre Muskeln in klirrenden Schwertkämpfen spielen ließen. Sehen konnte man den bebenden Trizeps allerdings nicht: Mit pfundsschweren Kettenhemden schützten sich die Ritter – und zugegeben auch gegen den eisigen Wind, der gestern am Ruppiner See pfiff. Da half nur noch eins: sich den Bauch mit Hexenbuckelbrot und einer ordentlichen
Portion Räuberpfanne voll schlagen.

